Gartenpflege-Kalender

Birnenpockenmilbe Bekämpfung

Birnenblätter mit roten Flecken

Kleine hellgrüne Blasen oder rote Flecken auf den Blättern der Birne werden von der Birnenpockenmilbe verursacht und treten bereits im Frühjahr mit der Entwicklung der Blätter auf. Diese winzig kleine Gallmilbe kommt in ganz Europa vor und befällt Birne und Apfelbäume, bevorzugt aber eindeutig die Birne.
Die Birnenpockenmilbe hat durchaus das Potenzial, erhebliche Schäden an Birnenknospen und Früchten zu verursachen, wenn sich der Schädling ungehindert ausbreiten bzw. vermehren darf.
Die Birnenpockenmilbe überwintert unter den Knospenschuppen von Früchten und Blattknospen, wobei die Endknospe eines Zweiges in der Regal am stärksten befallen ist. Die erwachsenen Milben sind in etwa so groß wie Hausstaubmilben, d.h. man kann sie ohne eine gute Lupe nicht wirklich erkennen.

Birnenblätter mit roten Flecken

Im Frühjahr zeigen sich auf dem frischen Birnenlaub kurz nach dem Austrieb pockenartige, erhabene Bläschen. Manchmal hellgrün, manchmal zuerst rötlich. Diese kleinen roten Flecken auf den Birnenblättern sind deutlich vom Birnengitterrost zu unterscheiden, da dieser erst später im Jahr auftritt und durch größere orange-braune Flecken gekennzeichnet ist. Die von der Birnenpockenmilbe verursachten roten Flecken haben einen Durchmesser von 1-3mm, sind zuerst hell-gelblich bis rötlich und im Spätsommer bräunlich bis schwarz. In geringer Zahl hat die Milbe normalerweise keinen Einfluss auf den Ernteertrag oder die Gesundheit des gesamten Birnbaumes. Da die Birnenpockenmilbe aber sowohl das Laub als auch die Früchte befallen kann, sollte man sie trotzdem bekämpfen. Beispielsweise mit Naturen Bio Schädlingsfrei Obst- und Gemüse Konzentrat, welches auch gegen Gallmilben wirkt. Denn bei starker Ausbreitung kann es zu Fehlbildungen, Deformationen oder vorzeitigem Fruchtfall bei der Birne kommen. Der Schädlingsdruck kann bei leicht befallenen Birnenbäumen allerdings auch dadurch verinngert werden, dass man die betroffenen Blätter entfernt und verbrennt. Deshalb sollte man auch neue bzw. gekaufte Birnbäume sofort auf Anzeichen von Blattblasen und Pocken hin kontrollieren, damit man sich die Pockenmilbe erst gar nicht einschleppt. Denn Pockenmilben können in ihren Blasen kaum von natürlichen Feinden bzw. Nützlingen erreicht werden und der Befall wird in der Regel mit jedem Jahr schlimmer.

Die Birnenpockenmilbe selbst bekommt man nur selten zu Gesicht, da die winzigen Milbenlarven unter der Oberfläche der Früchte oder in den Blättern sitzen, wo sie sich vom Frucht- oder Blattgewebe ernähren. Durch diese Fraßschäden entstehen die charakteristischen Blattbläschen bzw. Pocken, die auf das Vorhandensein der Birnenpockenmilbe schließen lassen. Schaut man mit einem Mikroskop genau in die Mitte der Blase, so sieht man eine kleine Öffnung, durch die sich die Milben in die Blasen und aus ihnen heraus zur Blattoberfläche bewegen. Nur 20 bis 30 Tage sind in den Frühlingsmonaten nötig, bis aus dem Milbenei eine geschlechtsreife Pockenmilbe geworden ist. Das bedeutet, dass sich während der Vegetationsperiode der Birne mehrere Milbengenerationen entwickeln und sich die Birnenpockenmilbe so immer weiter ausbreitet. Denn irgendwann verlassen die Milben die Blattbläschen, um weitere Pocken und Kolonien auf anderen nahen Blättern zu bilden. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Milbenpopulationen hoch sind, der Baum relativ klein ist oder wenn die Blasen bereits überfüllt sind.

Die Bekämpfung der Birnenpockenmilbe sollte immer mit Augenmaß und unter Beachtung eines ganzheitlichen Ansatzes mit vorbeugenden Maßnahmen und ggf. biologischen Behandlungen vollzogen werden. Normalerweise ist das vereinzelte Auftreten der Pockenmilbe an Birnen selten ein Problem. In den meisten Fällen ist eine Behandlung nicht notwendig, da der Birnenbaum einem moderaten Befall leicht standhalten kann. Bei stärkerem Auftreten der Birnenpockenmilbe kann zur Bekämpfung ein Spritzmittel auf Basis von Netzschwefel die unkontrollierte Vermehrung eindämmen. Aber auch sonst stehen gegen die Milbe viele Wirkstoffe zur Verfügung, dazu gehören zum Beispiele Sprüh- und Spritzmittel mit den Wirkstoffen Acequinocyl und Fenpyroximat.

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