Gartenpflege-Kalender

Birnengitterrost: Behandlung & Bekämpfung

Frühstadium Birnengitterrost

Entdeckt man im Mai/Juni orange-gelbe Flecken an Birnbaumblättern, so handelt es sich vermutlich um den Birnengitterrost. Der Rostpilz "Gymnosporangium sabinae" ruft auf den Birnenblättern zunächst gelbe Flecken, später ins rot-bräunliche tendierende Pusteln hervor.
Der Birnengitterrost gehört mittlerweile zu den verbreitetsten Rostpilzen im heimischen Garten und ist ein sogenannter wirtswechselnder Pilz. In Bezug auf den Birnengitterrost bedeutet dies, daß der Erreger der die Blattflecken an Birnbaumblättern verursacht auf verschiedenen Arten des Zierwacholders (z.B. Sadebaum, Juniperus sabina) überwintert. Die Pilzsporen werden dann im Frühjahr durch den Wind wieder zurück auf den Birnenbaum übertragen. Um die Ausbreitung der Sporen zu verhindern und die Infektionsgefahr zu minimieren müssten deshalb alle Wacholder aus der näheren Umgebung entfernt werden. Da die Pilzsporen aber über mehrere hundert Meter durch den Wind transportiert werden können, dürfte diese Bekämpfungsmethode die den Infektionskreislauf unterbricht vielerorts nicht in Frage kommen. Zumal in den 1960er und 1970er Jahren unzählige chinesische Wacholder überall in Gärten und Parks angepflanzt wurden. Daher lässt sich durch Entfernen von Wacholderbüschen im eigenen Garten zwar der Befall reduzieren, der Pilz aber wahrscheinlich nicht gänzlich ausrotten.

Spritzmittel gegen gelbe Flecken an Birnbaumblättern

Bis vor einigen Jahren gab es auch keinerlei Spritzmittel, die zur Bekämpfung des Birnengitterrostes im Kleingarten zugelassen waren. Man musste auf einen geringen Befall mit nur wenigen gelben Flecken pro Blatt hoffen, oder den Birnbaum frühzeitig mit natürlichen Algenextrakt-Pflanzenstärkungsmitteln behandeln. Mittlerweile gibt es aber ein neues Spritzmittel gegen Birnengitterrost, welches auch im heimischen Garten angewendet werden darf. Compo Duaxo Universal Pilz frei bekämpft den Birnenrost selbst dann, wenn die Blätter des Birnbaums bereits erste gelbe Flecken zeigen. Idealerweise sollte die Bekämpfung bzw. Behandlung des Birnengitterrostes mit Compo Duaxo Universal Pilz-frei jedoch ab der Entfaltung der ersten Laubblätter erfolgen.

Wer auf den Einsatz von Spritzmitteln weitestgehend verzichten möchte, der sollte die Stärke der Gitterrost-Infektion abwarten bzw. anhand des Schadbildes aus dem Vorjahr notwendige Bekämpfungsmaßnahmen ableiten, denn 2-3 Gelbe Flecken auf vereinzelten Blättern gelten als ungefährlich und dürften kaum Auswirkungen auf die Birnenernte haben. Der Rostpilz Gymnosporangium sabinae schädigt nämlich hauptsächlich die Birnenblätter und nur bei stärkeren Infektionsverläufen auch die Früchte. Eine starke Infektion erkennt man vor allem daran, daß die Birnbaum Blätter früh mit unzähligen gelben Flecken übersät sind und das befallene Laub vorzeitig abgeworfen wird, was dann auch die Qualität der Birnenernte negativ beeinflußt.
Trotz zahlreicher Birnenneuzüchtungen in den letzten Jahrzehnten gibt es bislang keine Birne mit Resistenz gegen Birnengitterrost. Lediglich Birnensorten die etwas weniger anfällig gegen Birnengitterrost sein sollen findet man derzeit im Gartenfachhandel, wie z.B. "Clapps Liebling", "Bunte Juli", "Condo" und "Trevoux". Als besonders anfällig gelten: "Williams Christ", "Doyenné du Comice" oder auch "Alexander Lukas". Es kann also nicht schaden, wenn man sicherheitshalber das Spritzmittel (COMPO Duaxo® Universal Pilz-frei mit dem Wirkstoff Difenoconazol) zur Bekämpfung des Birnengitterrostes im Haus hat, zumal es u.a. auch zur Behandlung von Schorf, Echtem Mehltau an Birnen und Äpfeln, sowie gegen die Pfirsich-Kräuselkrankheit eingesetzt werden kann.
Ist man sich nicht sicher, ob es sich beim Schadbild an den Birnenblättern tatsächlich um Birnengitterrost oder um eine andere Blattfleckenkrankheit handelt, dann sollte man im Spätsommer/Herbst die Blätter des Birnbaums genauer untersuchen. Im Verlauf der Gitterrost-Infektion nehmen die gelben Blattflecken zunächst eine orangerote Färbung an. Später bilden sich an der Unterseite der Blätter zapfenartige Auswüchse, die Sporenlager, welche irgendwann gitterartig aufreißen und die Sporen freigeben. Mit dem Wind gelangen diese Sporen dann an den Zierwacholder, der als sogenannter "Zwischenwirt" davon befallen wird und so der Infektionskreislauf im Folgejahr erneut beginnen kann.

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